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Perlen ab 5. Jh. n. Chr.:

Skandinavien

Mitteleuropa

Osteuropa bis Russland

1.200, Nienover

1.300

1577

1600 - 1700 n. Chr.

Osteuropa bis Russland:

Awaren*

Magyaren*

Slawen*

Truso, Polen

Ladogagebiet

Gnedzdovo

Novgorod

Lettland

Ladoga, Staraya

Technik: gefaltete Perlen

Allgemein:

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Sommerein, Niederösterreich

Das Gräberfeld von Sommerein liegt auf einem Höhenrücken am Leithagebirge in Niederösterreich.

Die Anzahl der Funde ist für ein awarisches Gräberfeld mit einer Belegungszeit vom zweiten Viertel des 7. Jahrhunderts bis um ca. 800 n. Chr. sehr gering. Vor allem: nur in 28 der über 250 Gräber wurden Glasperlen angetroffen.
Ursache hierfür sind möglicherweise die zahlreichen Störungen, wie durch die Anlage einer Sandgrube als auch der nachgewiesene neuzeitliche Grabraub.

Zu den charakteristischen Perlen des Gräberfeldes, wie auch anderen awarischen Gräberfeldern dieser Zeitstellung, gehören:

Außergewöhnlich ist der Fund einer so genannten Schiebeperle mit fünf Bohrungen aus (gefunden im Jahr 1973). Leider liegen mir zu dieser Perle keine weiteren Details vor, die Perle hier ist daher in einem charakteristischem blau gefertigt.

Die Verwendung der Glasperlen
Die Glasperlen wurden in einem Frauengrab und 3 Kindergräbern als Armketten getragen. In den verbleibenden 24 Gräbern wurden die Glasperlen ausschließlich als Halskette getragen. In Grab 14 konnte sogar ein dreireihiges Collier nachgewiesen werden.

Kürbiskernperlen aus grünem, dunkelblauem oder schwarzem Glas
doppelkonische Perlen verschiedener Farbe
kleinere oder auch Miniaturperlen in gelb oder schwarz
Augenperlen, von dunklem Grundkörper mit verschiedenfarbenen Faden- und Augenauflagen
gerippte Perlen aus türkisem Glas
doppelkonische Perlen mit umlaufenden Spiralfaden
Perlen von hellem Grundkörper mit verzogener dunkler Fadenauflage
Die Glasperlenkettenrepliken, hier grab 254, sind nur an den Zeichnungen zu den jeweiligen Grabinventaren orientiert. Leider wurden auch die Farben der Perlen nur "grob in Zahlen" angeben, z.B. Miniaturperlen in blau und grün - so daß die Fertigung einer exakten Replik - unmöglich ist.

Literatur

Hundt, H.-J., Hopf, M., Kritscher, H., Melzek, Daim, F., Lippert, A.,Gustav, Stadler, P. und Szilvässy, J.: Das awarische Gräberfeld von Sommerein am Leithagebirge, Niederösterreich.
Studien zur Ur- und Frühgeschichte des Donau- und Ost Alpenraums Nr. 2. Österreichische Akademien der Wissenschaften. Denkschriften Band 170. Hrsg. Pittoni, R. und Vetters, H. Wien 1984


@ Torben Barthelmie, 2003 - 2020