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Torben und Christin Barthelmie

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Christin & Torben Barthelmie

Bis etwa 2008 war ich der Meinung, das Herstellen von komplexen Mosaikmustern und -perlen nach frümittelalterlichen Vorlagen sei nicht möglich. Nach einer genialen Eingebung und mit einiger Übung ist es mir gelungen, auch diese Art von Mosaikstäben, z.B. Schachbretter, eigenständig zu erschmelzen.

Aber ich konnte keine Perlen daraus machen, das ging nur mit vier Händen. Sprich ich habe die Mosaike gefertigt, Christin hat hieraus Mosaikperlen gemacht.

Zuerst:
Diese Technik ist keine Wickeltechnik wie ich sie in den letzten Jahren praktiziert habe. Das zusammen setzen von Mosaiksteinen zu Perlen unterscheidet sich gänzlich vom Wickeln von zähflüssigem Glas.

Über empfindliche Begrifflichkeiten
Neben Fragen zur Herstellungtechnik, der Herkunft selber, der Chronologie und anderem stellt sich für die Archäologie ein weiteres Problem:
Die korrekte, einheitliche Namensgebung, denn für diese Perlentypen wurde bisher noch keine gefunden; für die einen sind es Mosaikperlen, für die anderen Millefioriperlen.
Ziel ist nicht für die Archäologen die Verantwortung der "Namensfindung" übernehmen, aber hier die unterschiedlichen Bezeichnungen, den Unterschied zu den verschiedenen Perlentypen zeigen.

Mosaikperle, drei Schachbrettmuster neben einander

Aber zur Technik.
Um Mosaikperlen her zu stellen benötigt man Stäbe mit genau den komplexen Mustern die später die Perlen haben sollen als auch die Möglichkeit die späteren Mosaikstücke zu Perlen zusammen zu schmelzen. Das heist das man aus einem einfachen Glasstab mit mehreren weiteren Stäben ein Muster bildet. Dieser Musterstab (Bilder kann ich nicht machen, da alle meine Stäbe mir gediebt wurden) wird in Mosaikstücke geschnitten!
Ich hoffe das die entwerkstatt mir Bilder dafür zur Verfügung stellen wird, um diesen Schritt zu erklären, es geht weiter...
dann nimmt der Perlenmacher Stück für Stück Mosaikstein, und schmilzt Stein für Stein an einander, die einen formen die Perle gleich an einem Dorn, andere Perlenmacher bilden frei Hand eine Platte und machen dann aus der Platte eine Perle - jeder wie es ihm liegt.

Zwei Namen - zwei Typen:
Neuzeitliche Millefioriperlen erhielten ihren Namen aufgrund ihrer Bestandteile: Millefioiris, übersetzt: 1000 Blüten, also Stücke mit einem blütenähnlichen Muster in vielen unterschiedlichen Farben. Solche Perlen wurden vor allem Ende des 19. - Anfang des 20. Jahrhunderts in Venedig für den Afrika-Handel produziert.

Mosaikperle mit Schachbrettern und Klaren Feldern

Zwei Namen - zwei Typen:
Neuzeitliche Millefioriperlen erhielten ihren Namen aufgrund ihrer Bestandteile: Millefioiris, übersetzt: 1000
Blüten, also Stücke mit einem blütenähnlichen Muster in vielen unterschiedlichen Farben. Solche Perlen wurden vor
allem Ende des 19. - Anfang des 20. Jahrhunderts in Venedig für den Afrika-Handel produziert.

Perlen und Muster im Vergleich
Die Muster der frühgeschichtlichen Mosaikperlen sind hingegen zahlreicher. Zu ihnen zählen unter anderem auch Punkte, Schachbretter, Spiralen, Kisten oder zur römischen Kaiserzeit sogar Gesichter.

tonnenförmige Mosakperle mit Schachbrettern und Punkten, rote Rändern

rlen und Muster im Vergleich

neuzeitliche Millefioriperle; rechts: Mosaikperle der römischen Kaiserzeit

3x3 Mosaiksteine, Vorbereitung

3x3 Mosaiksteine, Vorbereitung

Aber zur Technik.
Um Mosaikperlen her zu stellen benötigt man Stäbe mit genau den komplexen Mustern die später die Perlen haben sollen als auch die Möglichkeit die späteren Mosaikstücke zu Perlen zusammen zu schmelzen. Das heist das man aus einem einfachen Glasstab mit mehreren weiteren Stäben ein Muster bildet. Dieser Musterstab (Bilder kann ich nicht machen, da alle meine Stäbe mir gediebt wurden) wird in Mosaikstücke geschnitten!
Ich hoffe das die entwerkstatt mir Bilder dafür zur Verfügung stellen wird, um diesen Schritt zu erklären, es geht weiter...
dann nimmt der Perlenmacher Stück für Stück Mosaikstein, und schmilzt Stein für Stein an einander, die einen formen die Perle gleich an einem Dorn, andere Perlenmacher bilden frei Hand eine Platte und machen dann aus der Platte eine Perle - jeder wie es ihm liegt.

Zwei Namen - zwei Typen:
Neuzeitliche Millefioriperlen erhielten ihren Namen aufgrund ihrer Bestandteile: Millefioiris, übersetzt: 1000 Blüten, also Stücke mit einem blütenähnlichen Muster in vielen unterschiedlichen Farben. Solche Perlen wurden vor allem Ende des 19. - Anfang des 20. Jahrhunderts in Venedig für den Afrika-Handel produziert.

Mosaikperlen aus Strahlenaugen

Die Muster der frühgeschichtlichen Mosaikperlen sind hingegen zahlreicher. Zu ihnen zählen unter anderem auch Punkte, Schachbretter oder zur römischen Kaiserzeit sogar Gesichter, welche in der Regel exakt geometrisch in sauberen Reihen aneinander gesetzt sind.

Ich und die entwerkstatt.de bezeichnen die Perlen die Perlen, da sie aus Mosaikstücken gefertigt sind, eben als Mosaikperlen.

Mosaikaugenperlen - ein Sonderfall

Neben der zuvor genannten Vielzahl von Mosaikmustern, gibt es eine weitere, sehr spezielle Gruppe, die ihren Namen ausschließlich durch die verwendeten Muster erhält:

Mosaikaugenperlen, denn jedes verwendete Mosaik ist ein Augenmuster. Diese Augenmuster weichen deutlich von den Millefiori/Blüten-Muster ab. Dies zeigt ein Blick auf die folgenden Beispiele
te nicht verwechseln: Perlen mit Mosaikauflage

Zu allen vorher genannten Perlentypen sind allerdings nochmals Glasperlen mit Mosaikauflage, die ebenfalls als Strahlenaugenperlen bezeichnet werden, definitiv abzugrenzen, da die Herstellung eine andere Technik ist.

Diese Perlen sind die von den hier genannten Typen am einfachsten herzustellenden Perlen: Die Mosaikstücke (i.d.R. Mosaikaugenmuster) werden auf einen gewickelten Perlenkörper gelegt und eingeschmolzen

Das Muster ist bei diesen Perlen nie bis zum Kern durchgängig wie bei echten Mosaikperlen.


@ Torben Barthelmie, 2003 - 2020