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Kettenverteiler, baltisch

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Vorwort

Wie ich bei meiner Recherche zu Kettenaufhängern / Kettenverteilern des Baltikums feststellen musste, gibt es keine Deutsche oder zumindest in Englisch verfasste Abhandlung zu diesen.

Ich will das hier auch nicht, aber Unterschiede zu Ovalfibeln aus Dänemark, Schweden und Norwegen hervorheben. Diese wurden in
Rygh, Oluf: Norske oldsager, ordnede og forklarede; 1885 (online » hier)
und
Petersen, Jan: Vikingetidens smykker i Norge: Katalog over utstillingen av norske smykker fra vikingetiden; Stavanger 1955 (z.B.: » hier)
bereits vorgestellt.

work in progress

Die Suche ist schwer, daher starte ich das Projekt Abschnittsweise.

Quelle: Livländische Kleidung 10.-13. Jh., 1988


Verschiedene Ovalspangen, Lettland

Quelle:

Libiešu augu ornaments – dekors vai kristietibas simbolika? Ikškiles almanahs 4, Ikškiles novada pašvaldiba: Ikškile 2012, 43-77

Abb. 6. Typ 5 Liv Ovalfibel:
1 - 5a1 Untervariante der Ovalfibel vom Friedhof Dole Vampeniešu I 182 Grab,
2 - Untervariante 5a2 Ovalfibel aus Salaspils Lipšu kapulauka 119. Grab,
3 - 5a3 Subvariante Ovalfibel vom 250. Grab des Friedhofs Ikšķile, Subvariante
4 - 5a4 Ovalfibel aus dem Dorf Ikšķile, Untervariante
5 - 5b1 Ovalfibel aus Salaspils Feldschulfriedhof Grab 570, Untervariante
6 - 5b2 Ovalfibel von Dole RausuKapulauka 167.

Entwicklung der livländischen Ovalfibeln

Quelle:

Libiešu augu ornaments – dekors vai kristietibas simbolika? Ikškiles almanahs 4, Ikškiles novada pašvaldiba: Ikškile 2012, 43-77


Vom Typ 5 wurden 115 Ex. gefunden (zzf. 4 weiteren Exemplaren, zwei davon in Russland).
Wer sich für diese Primärliteratur interessiert, die gibt es » hier. (Stand 14.09.2020)

Abb. 64 Ovalfibeln aus Karelien

Quelle

Libiešu augu ornaments – dekors vai kristietibas simbolika? Ikškiles almanahs 4, Ikškiles novada pašvaldiba: Ikškile 2012, 43-77

Karelien (karelisch und finnisch Karjala, russisch Карелия Karelija, schwedisch Karelen) ist eine historische Landschaft in Nordosteuropa. Heute ist sie zwischen Russland und Finnland geteilt. Der russische Teil umfasst die Republik Karelien und reicht in die Leningrader Oblast hinein, der finnische Teil teilt sich in die Landschaften Südkarelien und Nordkarelien. Die vorherrschenden Ethnien Kareliens sind – je nach Region – Karelier, Finnen und Russen.

Abb. 64 Arten von "karelischen" Schildkrötenbroschen (in Klammern - Anzahl der Funde)
A - Knopf (13), B - mit Ringen (2), C - mit Tier (61), D - mit Akanthus (16), E - mit Rocosin (6),
F - Bänder (27), G - Lilien (7), H - Krebs (ca. 100), I - Kreuzknoten (3), J - Kriechpflanze (4),
K - mit Spirale (2), L - mit Kreuz (2), M - mit Palmette (1)

Laut O. Hellström (1948) sind diese Spangen aus demAbguß und Umarbeitung der skandinaschen P48 und P55 entstanden.

Wer sich nun für Unterschiede in der Entwicklung der karelischen zu skandnavisch/baltischen Ovalfibeln itneressiert - der link ist oben, die Literatur in estländisch.

"1) Die ersten Schildkrötenfibeln erschienen in der zweiten Hälfte des 7. Jh. im Unterlauf der Daugava oder in der ersten Hälfte des 8. Jhs. Es sind vereinzelte Erscheinungen, die Ufer des Daugava waren dünn besiedelt, anscheinend skandinavische Episoden. Das Auftreten in diesem Gebiet hinterließ keine tiefen Spuren der mittleren Eisenzeit im archäologischem Material.
2) Die ältesten Kettenornamente mit Schildkrötenbroschen erschienen im Unterlauf der Daugava in der Mitte oder im dritten Viertel des 10. Jhs. Es skandinavische Schildkrötenbroschen. Sie wurden zu einem Frauenkostüm Bestandteil.
3) Ende des 10. Jhs. treten lokal hergestellte Ovalfibeln mit trapezförmigen und durchbrochenen Kettenverteilern auf.
4) Im Laufe der Weiterentwicklung entstanden neue Formen von Schmuck und „Liv-Kettenschmuck“. Es gibt fünf Arten von Schildkrötenbroschen (Hörner, Medaillons, Diamanten, Knoten und Palmenbroschen), vier Arten von Kettenverteilern (dreieckig, oval, trapezförmig). Diese Mode hielt bis in das 13. Jh.
5) Die Untervarianten waren häufig bis selten, individuell gefertigte Formen. Der livische Schmuck transformiert nicht einfach die skandinavischen Muster, sondern führt vollständig neue Formen und Ornamente ein, die für die Liv-Kultur charakteristisch wurden. Gräber mit „gemischte" Elementen können als Nachkommen ethnisch gemischter Ehen angesehen werden.
6) Basierend auf den Schmuckelementen - Ovalfibel, Kette und Kettenteiler wurden vier Gruppen von Liv Kettenschmuck unterschieden.
7) Skandinavische, baltische und baltisch-finnisch materielle Kulturen waren in der Liv-Kettenverzierung verflochten. Oft importiert und kostspielig, können Elemente und Anhänger als Symbol des sozialen Status
Angesehen werden."

(Anm.: ich sehe sicher einiges anders und gebe nur die Meinung des Verfassers wieder; als Darstellung betrachte ich das als SEHR schwierig umzusetzen.)
Ich erwähne es noch einmal: Glasperlenketten wurden seperat als Halskette getragen.


@ Torben Barthelmie, 2003 - 2020