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» Quelle (Stand: 21.09.2020)

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» Quelle (Stand: 21.09.2020)

Vorwort

Wie ich bei meiner Recherche zu Kettenaufhängern / Kettenverteilern des Baltikums feststellen musste, gibt es keine Deutsche oder zumindest in Englisch verfasste Abhandlung zu diesen.

Ich will das hier auch nicht, aber Unterschiede zu Ovalfibeln aus Dänemark, Schweden und Norwegen hervorheben. Diese wurden in
Rygh, Oluf: Norske oldsager, ordnede og forklarede; 1885 (online » hier)
und
Petersen, Jan: Vikingetidens smykker i Norge: Katalog over utstillingen av norske smykker fra vikingetiden; Stavanger 1955 (z.B.: » hier)
bereits vorgestellt.

work in progress

Die Suche ist schwer, daher starte ich das Projekt Abschnittsweise.
Bisher
- Ovalspangen in Lettland (» weiter)
- Ovalspangen in Livland (» weiter), chronologisch & Typen
- Ovalfibeln in Karelien (» weiter)
- Bilder aus den Nationalmuseum Finnland (weiter), mein Kurzurlaub 2012
- - die Chronologie der Kettenverteiler und Ovalspangen (» weiter)


Verschiedene Ovalspangen, Lettland

Abb. 6. Typ 5 Liv Ovalfibel:

Quelle: Libiešu augu ornaments – dekors vai kristietibas simbolika? Ikškiles almanahs 4, Ikškiles novada pašvaldiba: Ikškile 2012, 43-77


1 - 5a1 Untervariante der Ovalfibel vom Friedhof Dole Vampeniešu I 182 Grab,
2 - Untervariante 5a2 Ovalfibel aus Salaspils Lipšu kapulauka 119. Grab,
3 - 5a3 Subvariante Ovalfibel vom 250. Grab des Friedhofs Ikšķile, Subvariante
4 - 5a4 Ovalfibel aus dem Dorf Ikšķile, Untervariante
5 - 5b1 Ovalfibel aus Salaspils Feldschulfriedhof Grab 570, Untervariante
6 - 5b2 Ovalfibel von Dole RausuKapulauka 167.

Entwicklung der livländischen Ovalfibeln

Quelle:

Libiešu augu ornaments – dekors vai kristietibas simbolika? Ikškiles almanahs 4, Ikškiles novada pašvaldiba: Ikškile 2012, 43-77


Vom Typ 5 wurden 115 Ex. gefunden (zzf. 4 weiteren Exemplaren, zwei davon in Russland).
Wer sich für diese Primärliteratur interessiert, die gibt es » hier. (Stand 14.09.2020)

Abb. 64 Ovalfibeln aus Karelien

Quelle

Libiešu augu ornaments – dekors vai kristietibas simbolika? Ikškiles almanahs 4, Ikškiles novada pašvaldiba: Ikškile 2012, 43-77

Karelien (karelisch und finnisch Karjala, russisch Карелия Karelija, schwedisch Karelen) ist eine historische Landschaft in Nordosteuropa. Heute ist sie zwischen Russland und Finnland geteilt. Der russische Teil umfasst die Republik Karelien und reicht in die Leningrader Oblast hinein, der finnische Teil teilt sich in die Landschaften Südkarelien und Nordkarelien. Die vorherrschenden Ethnien Kareliens sind – je nach Region – Karelier, Finnen und Russen.

Abb. 64 Arten von "karelischen" Schildkrötenbroschen (in Klammern - Anzahl der Funde)
A - Knopf (13), B - mit Ringen (2), C - mit Tier (61), D - mit Akanthus (16), E - mit Rocosin (6),
F - Bänder (27), G - Lilien (7), H - Krebs (ca. 100), I - Kreuzknoten (3), J - Kriechpflanze (4),
K - mit Spirale (2), L - mit Kreuz (2), M - mit Palmette (1)

Laut O. Hellström (1948) sind diese Spangen aus demAbguß und Umarbeitung der skandinaschen P48 und P55 entstanden.

Wer sich nun für Unterschiede in der Entwicklung der karelischen zu skandnavisch/baltischen Ovalfibeln itneressiert - der link ist oben, die Literatur in estländisch.

"1) Die ersten Schildkrötenfibeln erschienen in der zweiten Hälfte des 7. Jh. im Unterlauf der Daugava oder in der ersten Hälfte des 8. Jhs. Es sind vereinzelte Erscheinungen, die Ufer des Daugava waren dünn besiedelt, anscheinend skandinavische Episoden. Das Auftreten in diesem Gebiet hinterließ keine tiefen Spuren der mittleren Eisenzeit im archäologischem Material.
2) Die ältesten Kettenornamente mit Schildkrötenbroschen erschienen im Unterlauf der Daugava in der Mitte oder im dritten Viertel des 10. Jhs. Es skandinavische Schildkrötenbroschen. Sie wurden zu einem Frauenkostüm Bestandteil.
3) Ende des 10. Jhs. treten lokal hergestellte Ovalfibeln mit trapezförmigen und durchbrochenen Kettenverteilern auf.
4) Im Laufe der Weiterentwicklung entstanden neue Formen von Schmuck und „Liv-Kettenschmuck“. Es gibt fünf Arten von Schildkrötenbroschen (Hörner, Medaillons, Diamanten, Knoten und Palmenbroschen), vier Arten von Kettenverteilern (dreieckig, oval, trapezförmig). Diese Mode hielt bis in das 13. Jh.
5) Die Untervarianten waren häufig bis selten, individuell gefertigte Formen. Der livische Schmuck transformiert nicht einfach die skandinavischen Muster, sondern führt vollständig neue Formen und Ornamente ein, die für die Liv-Kultur charakteristisch wurden. Gräber mit „gemischte" Elementen können als Nachkommen ethnisch gemischter Ehen angesehen werden.
6) Basierend auf den Schmuckelementen - Ovalfibel, Kette und Kettenteiler wurden vier Gruppen von Liv Kettenschmuck unterschieden.
7) Skandinavische, baltische und baltisch-finnisch materielle Kulturen waren in der Liv-Kettenverzierung verflochten. Oft importiert und kostspielig, können Elemente und Anhänger als Symbol des sozialen Status
Angesehen werden."

(Anm.: ich sehe sicher einiges anders und gebe nur die Meinung des Verfassers wieder; als Darstellung betrachte ich das als SEHR schwierig umzusetzen.)
Ich erwähne es noch einmal: Glasperlenketten wurden seperat als Halskette getragen.

Finnland

Hier ein paar Bilder aus dem Nationalmuseum in Finnland, thematisch passend. Die gesamte Ausstellung in Bildformat als pdf aus 2012 gibt es » hier [553.778 KB] .

Chronologische Entwicklung

Eine Übersicht der chronologischen Entwickung der Ovalspangen und Kettenverteiler

Chronologie der Kettenverteiler und OValspangen

Quelle: Sprigis, Robert in: Arheologija un etnografija XXIV/ Zinatnisku rakstu krajums Izdevejs:Zinatne, Izdošanas gads:2010 Valoda:latviešu; ISBN:9789984808789

Fakten dazu:

- Kettenornamente treten in nördlichen Kurzeme gegen 900 n. Ch. erstmalig auf
- um 950 in der Unteren Daugava Region
- nach 1000 n. Chr. sind diese Trachtelemente in Kurzeme Region nicht mehr zu finden, was eine Wanderung aus der Kurzeme in die Untere Daugava Region nahe legt.

Die frühesten Immigranten in der zweiten Hälfte des 10. Jh. sind hier jedoch nicht Liven, sondern Skandinavier.

Literatur

Roberts Spirģis: DAUGAVAS LĪBIEŠU 10.-13. GADSIMTA KRŪŠU VAŽIŅROTAS AR BRUŅRUPUČU SAKTĀM (TIPOLOĢISKĀ ANALĪZE) » online hier (Stand: 22.09.2020)

Spirgis, Robert: Liv tortoise Brooches in the Lower Dauga a Area in the 10th-13th Centuries in: Cuturual Interaction between east and west; Stockholm Studies in Archaeology 44; Stockholm 2007; ISBN: 978-91-7155-474-1 » online hier (Stand: 22.09.2020)

Spirgis, Robert: Die Brustgehänge mit Schildkrötenfibeln der Daugava-Liven im 10.-13. Jh. // Suomalaisen Tiedeakatemain Toimitukasia Humanitora 336. Annales Academiæ Scientarum Fennicæ. Rituals and relations. Studies on the society and material culture of Baltic Finns. – Helsinki, 2005. – S. 84 – 104. » online hier (Stand 22.09.2020)

Spirgis, Robert: Bruņrupuču saktas Gaujas lejtecē 12.-13. gadsimtā // Latvijas Vēstures Institūta Žurnāls. – Nr. 4 (2009), 5.-30. lpp.o » online hier (Stand: 22.09.2020)

Spirgis, Robert: Late Liv tortoise brooches of the 12th-13th centuries from the environs of Riga // The Hansa town Riga as mediator between east und west. Proceedings of an international scientific conference dedicated to 70 years of archaeological research in Riga held in Riga. – Rīga, 2009. – P. 175-189. » online hier (Stand: 22.09.2020)

Spirgis, Robert: Chain Ornaments with Tortoise Brooches as a Source for Interpreting the Origin of the Daugava Livs in the 10th-13th Century // Muinasaja teadus 18. Etnos ja kultuur. Uurimusi Silvia Laulu auks. – Tartu-Tallinn, 2006. – P. 227 – 247. » online hier (Stand: 22.09.2020)

Spirgis, Robert: Skandināvu bruņurupuču saktas Daugavas lejtecē 7.-11. gs. // Latvijas Vēstures Institūta Žurnāls. – Nr. 3 (2003), 23. – 40. lpp. » online hier (Stand: 22.09.2020)


@ Torben Barthelmie, 2003 - 2020