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Perlen ab 5. Jh. n. Chr.:

Skandinavien

Mitteleuropa

Osteuropa bis Russland

1.200, Nienover

1.300, Schleswig

1577, Berlin

1600 - 1700, Finnland

1600 - 1840, Schottland

Mitteleuropa:

Alamannen

Awaren

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6./7. Jh. n. Chr.

Mengen in Südbaden, Baden-Württemberg, umfasst 936 von ursprünglich wohl 1.000 bis 1.050 Gräbern der Merowingerzeit.

(Anm.: laut S. Walter fielen sogar Grabungsabschnitte einem Panzergraben während des WWII zum Opfer). Es erfolgten neun Grabungskampagnen zwischen 1932 und 1974.

Anm.: in modernen Ausgrabungen werden die Perlenensembles en block geborgen. Da dies bei früheren Ausgrabungen nicht der Fall war „erhöht sich entsprechend der Zahl der Perlen das Spektrum möglicher Rekonstruktionen.“ (Walter, S., 2008, 23)

Zu der Übereinstimmung der im folgendem vorgestellten Modellen zu denen anderer Fundorte führt S. Walter an, das „Lediglich die ersten beiden Phasen der Perlen aus Mengen… lassen sich nur schwer in eines der gängigen Perlenschemata einbinden. Dies kann zum einen daran liegen, dass auf diese beiden Phasen nur sehr wenige perlenführende Gräber entfallen, zum anderen, dass diese Perlenensembles generell nur aus wenigen Perlen bestehen.“ Denn „Auch wenn sich die Perlenausstattung gut mit Schleitheim-Hebsack vergleichen lässt, verteilen sich dort viele Perlen auf wenige Gräber, während in Mengen die einzelnen Gräber deutlich weniger Perlen enthielten.“

Nicht alle der 226 perlenführenden Mädchen- und Frauengräber konnten mit Hilfe der Kombinationsstatistik in eine relative chronologische Ordnung gebracht werden. Dies war in mehreren Fällen über eine Datierung der Beigaben möglich.

Es kommt zu den folgenden Phasen der Perlenchronologie.

Wobei dies immer der Niederlegungszeit der Beigaben entspricht, nicht der Zeit, von dem eine Perle gefertigt, während sie im Umlauf und der letzte Fund dieses Perlentyps gefunden wurde.


Phase 1
Dies sind nur Grab 10, 541, je eine große monochrome Perle, transluzid farblos oder kobaltblau.

Phase 2
Überwiegend kleine, insbesondere transluzide Perlen; große Überfangperlen mit Goldschimmer; mittelgroße transluzide Melonen mit 6–10 Rippen und transluzid farblose große Ringe sowie auch kleine Reticellaringe und leine gelbe Ringelchen.
Seltener gekämmte Spiralen auf langen Zylindern oder trommelförmigen Perlenkörpern.
Dominante Farben: transluzid farblos, kobaltblau; opak rotbraun, gelb
Verzierung: gelegentlich weit gekreuzte Wellenbänder, Schlieren


Phase 3
Neu sind ringförmige weiße, graublaue und dunkelgrüne Perlen; kurze gezogene Zylinder und sich kreuzende Wellen mit Punkten auf rotbraunen keinen Tonnen, kleine rotbraune oder gelbe Tonnen und kleine lange Doppelkonen, vorwiegend zitronengelb oder kobaltblau transluzid, ferner Kurzzylinder außer gelb, Spiralen auf langen Zylindern; gelegentlich schon schwach transluzide Prismen, Punkte auf Prismen/langen Zylindern, kleine runde Millefioriperlen und weit gekreuzte Wellenbänder auf ring- kugeligen Perlenkörpern.
Farben: transluzid kobaltblau; opak weiß, rotbraun, gelb, grün, graublau
Verzierung: weit gekreuzte Wellenbänder werden mit Punkten versehen.

Anmerkung: Wer bis hier bei den von mir verkürzten Perlenbeschreibungen durch gehalten hat und mehr über die Perlenphasen wissen möchte, empfehle ich das » vollständige Originalab S. 71. (Stand 13.04.2020) Dies ist der Autorin nur fair gegenüber.

Ich habe mich entschieden, für jede Phase eine Replik zu fertigen.

PS: Gürtelgehänge mit Glasperlen bespreche ich derzeit nicht.

Phase I, 480/490 - 500/510 n. Chr.

Grab 10A ; ja in diesem Grab ist es nur eine Perle, ich bitte die deutlichen Wickelspuren zu beachten.

Phase 2, 510/520 - 520/530 n. Chr.

Grab 696

Phase 2/3, 520/530 - 540/550 n. Chr.

Grab 144

Phase 3, 540/550 - 570-580 n Chr.

Grab 6
Grab 81
Grab 555
Grab 246
Grab 92

Phase 4, 570/580 - 600/610 n. Chr.

Grab 90
Grab 86A

Phase 5, 600/610 - 630/640 n. Chr.

Grab 172
Grab 91

Phase 6, 630/640 - 660/670 n. Chr.

Grab 582

Phase 7, 660/670 - 690/700 n. Chr.

Grab 505

Phase 8, 690/700 - 720/730 n. Chr.

 

Und hier noch einmal die absolute Chronologie

Quelle: Walter, S., 2008


@ Torben Barthelmie, 2003 - 2020