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Perlen ab 5. Jh. n. Chr.:

Skandinavien

Mitteleuropa

Osteuropa bis Russland

1.200, Nienover

1.300, Schleswig

1577, Berlin

1600 - 1700, Finnland

1600 - 1840, Schottland

Skandinavien:

Im Überblick

Die blau-weiß-roten Perlen der blauen Phase

Schweden

Norwegen

Schweden vs. Norwegen

Gotland vs. Baltikum

Dänemark

Männer und Glasperlen

Finnland

Island

Friesen

Datierungen mit Perlen

Allgemein:

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Acht verschieden gerippte Melonenperlen in verschiedenen blauen Tönen

Glasperlen der Wikinger, Haithabu

Für die Siedlung Haithabu ergibt sich das Problem, das erst ca. ein Zehntel der Gräber ausgehoben und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht sind. Weitere Forschungen und Veröffentlichungen werden das bisherige Bild sicherlich verändern, denn für eine Siedlung dieser Größe fallen die Beigaben sehr gering aus.

In 37 Gräbern von über 1.200 wurden bisher über 400 Perlen entdeckt. Die Perlenanzahl in den Gräbern liegt zwischen ein und 97. Am Häufigsten finden sich zwischen neun und zwölf Perlen (elf Bestattungen), eine Perle wird in fünf Gräbern angetroffen. Auffallend ist ein Inventar (Grab 89) mit einer Glasperle, 22 Bergkristall- und 20 Karneolperlen.

vierfacht segmentierte Folienperle

Glasperlen der Wikinger, Haithabu

Die Größte Perlengruppe mit 42 Exemplaren hat einen gelben Grundkörper, wobei alleine die Bestattung 810 29 gelbe Perlen beinhaltet. Darauf folgen in absteigender Reihenfolge opak weiße, opak grüne, opak orange, transluzid grüne und bläuliche Perlen. Eine untergeordnete Rolle spielen opak schwarze und transluzid klare Perlen.

Bei den Polychromen Perlen ist blau die häufigste Grundfarbe, gefolgt von weiß und grün. Gelb, rot und schwarz werden seltener verwendet, orange überhaupt nicht. Zu den Mustern zählen 8erschleifen, Wellenlinien, ein- oder mehrfarbige Punkte sowie Augen. Strahlenaugenperlen werden fünfmal angetroffen, Mosaikperlen nur dreimal.

Im Bereich von Hals und Schulter wurden die Glasperlen in 17 Bestattungen angetroffen. Bei der rechten Hand wurden einmal Perlen angetroffen, im Bereich der Grabsohle bei drei Bestattungen. Für 11 Bestattungen liegen keine Angaben vor, wobei es sich bei einer dieser Bestattungen um eine Brandbestattung handelt. Die Bestattung 810, im Folgenden ausführlich besprochen, ist ein einmaliger Sonderfall. Die tatsächlich einwandfrei nachweisbare Verwendung (bisher) von Glasperlen ist die Trageweise als Halskette.

Dies trifft auch für die blaue facettierte Perle in der Männerbestattung 89 zu.

Grab 810

Foto der komplexen Perlentrageweise von Grab 810

Grab 810; Quelle: Dissertation Die Grabfunde

Im Grab 810 wurde ein einmaliges Ensemble aus 96 Glas- und einer Bernsteinperle auf einem Metalldraht aufgezogen angetroffen. Der Fundbericht ermöglicht aufgrund mangelhafter Angaben keine Rekonstruktion, daher hier nur eine Zeichnung

Haithabu, U. Arents, 1996, Kiel. Nur als Micro-Fiche erhältlich und in einigen ABschnitten mit mehr INformationen wie die Publikation 2010 von S. Eisenschmidt und U. Arents "die Grabfunde von Haithabu).


@ Torben Barthelmie, 2003 - 2020