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Perlen ab 5. Jh. n. Chr.:

Skandinavien

Mitteleuropa

Osteuropa bis Russland

1.200, Nienover

1.300, Schleswig

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1600 - 1700, Finnland

1600 - 1840, Schottland

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Kulmbach, Bayern

Das karolingische Reihengräberfeld von Felkendorf-Kleetzhöfe
im Landkreis Kulmbach

Die Ausgrabungen des karolingischen Reihengräberfeldes wurden 1936 aufgenommen, nach dem bei Straßenbauarbeiten durch den Reichsarbeitsdienst Skelette, Steingräber sowie ein silberner Schläfenring gefunden (wohl slawischen Ursprungs) wurden.

Die Ausgrabungen wurden durch den Reichsarbeitsdienst unter der Leitung von Max Hundt durchgeführt.

Das Gräberfeld bildete ein unregelmäßiges Rechteck von rund 20m Breite und 35m Länge und beinhaltet 79 Gräber.

Wahrscheinlich umfasste das Gräberfeld weitere Gräber, die genaue Zahl ist jedoch nicht zu ermitteln da einige Gräber beim Straßenbau zerstört wurden. Das Gräberfeld gilt als vollständig erschlossen.

Bei wahrscheinlich 22 Gräbern handelte es sich um Männergräber, in neun Fällen Frauengräber, in 24 Fällen Kindergräber. 19 Gräber lieferten überhaupt keine Anhaltspunkte für die Geschlechtszugehörigkeit. Osteologische Untersuchungen wurden nicht durchgeführt.
Die Verwendung der Perlen

Die Perlen der Bestattung 1 lagen zwischen den Knochen, von Bestattung 73 im Störbefund. In den verbleibenden 9 Frauenbestattungen lagen die Perlen am Hals und werden als Halskette getragen worden sein.

Da die Perlen in den Gräbern von Felkendorf nach den Feststellungen von M. Hundt nur sehr sporadisch vor kommen, wurden sie für eine nähere chronologische Bestimmung als nicht Aussagekräftig genug beurteilt. Feststellbar ist das Perlen dieser Art auch im gleichem Umfang in benachbarten Bestattungsplätzen gleicher Zeitstellung vorkamen, so z.B. Burglengenfeld und Matzhausen und Kallmünz[1].

Die Glasperlen fanden sich, wenn auch in geringer Stückzahl, in allen Frauenbestattungen als Beigabe. Sie sind somit ein charakteristisches Trachtzubehör.
Die Glasperlen

Die Glasperlen sind (vgl. Karolinger in der Oberpfalz)

Grabnr. Art des Perlenfundes

l strohglänzende, längliche Perle

l völlig zerfallene runde Perle

2 grünliche Glasdoppelperlen mit Bronzeresten im Fadenloch

2 dunkelblaue gedrungene Perlen

4 Bruchstück einer braunen runden „Tonperle"

6 grünliche Glasperle

11 Bruchstück einer grünlichen Glasperle

25 strohfarbene Kugeldoppelperle

27 4 grünliche Glasperlen mit Bronzeresten im Fadenloch

32 braune runde „Tonperle*

36 12 Perlen mit Bronzeresten in den Fadenlöchern

darunter: 8 gelblichgrüne, gedrungene; sowie eine Muschelperle

73 große grünliche Glasperle mit patinahaltiger Erde im Fadenloch
Die Bestatteten

Der Autor M. Hundt nimmt explizit Bezug auf die Merowingerzeit und sucht die Wurzeln der in Felkendorf-Kleetzhöfe Bestatteten in einen thüringisch-bajuvarisch-fränkischen Verbund. Er selbst vermeidet den Bezug auf zeitgleiche oder spätere Bestattungsplätze im Deutschen Raum und negiert jegliche mögliche slawische Einflüsse.

Hundt schließt selbst auf ein zeitliches „„Nacheinander" und eines völkischen „Miteinander" und das „die zeitliche und völkische Herleitung von den spätgermanischen Kulturgruppen auf süddeutschen Boden viel natürlicher ist als die Annahme fremdvölkischer Herkunft.“ (S. 67).

Wer also, zur Karolingerzeit hier bestattet hat, welchen Ursprung er hatte und welchem Volksstamm er angehört haben kann, wird nicht abschließend geklärt.

[1] Stroh, Armin: 1954. Die Bestattungen von Burglengenfeld und Matzhausen und Kallmünz wurden ebenso als karolingisch eingestuft. Auch A. Stroh geht von einer gemischten Bevölkerung aus, die sich aus den verschiedenen Völkern Deutschlands zur Merowingerzeit zusammen setzt.

Literatur

Hundt, Max: Das karolingische Reihengräberfeld von Felkendorf-Kleetzhöfe im Landkreis Kulmbach. Die Plassenburg, Schriften für Heimatforschung und Kulturpflege in Ostfranken, Band 6. Hrsg. i.A. des Vereins „Freunde der Plasseburg“ e.V. durch Stadtarchivar Prof. Dr. Georg Fischer, Kulmbach 1953.

Stroh, Armin: Die Reihengräber der karolingisch-ottonischen Zeit in der Oberpfalz. Materialhefte zur Bayerischen Vorgeschichte für das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege. Heft 4. Hrsg.: Werner Krämer. 1954


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