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"Granulierung" von Glas"

Hier ein Fund ohne einen einzigen Vergleichsfund.
Ich zitiere:

„Diese bisher unbekannte Technologie der farbigen und plastischen Glasdekoration erkannten wir beim Fund einer Perle aus Grab 33 in Prša (näheres siehe Staššíková-Štukovská 2004, 41-42, Staššíková-Štukovská/Plško 2005; Staššíková-Štukovská/Plško/Kucera 2007).
Die Perle hat eine Kugelform, sie ist relativ klein (Körperdurchmesser 6 x 6,5 mm, Lochdurchmesser ca. 1,4-2 mm), die gesamte Fläche ist mit kleinen regelmäßigen Kugeln (wir nennen sie hier "Granulat") aus hochwertigem Glas bedeckt.

Auf vergrößerten Bildern der Perle aus Prša können Sie sehen, dass die "Körnchen" eine regelmäßige Kugelform haben, und mit leichte Unterschieden in den Abmessungen zwischen ihnen (eine Folge der Herstellung von Hand), sind sie eng nebeneinander platziert, so dass das sie sich oft berühren (Abb. F48: 1)."...

"Die Kugeln sind mit einer dünnen und zerbrechlichen (bröseligen) grünen Schicht bedeckt, die an der äußeren Oberfläche abgeschält ist, so dass das Glas der "Granulate" teilweise sichtbar ist. Nur ein "Körnchen" war ganz mit dieser grünen Substanz bedeckt. Die grüne Substanz ist undurchsichtig, es sind punktschwarze Verunreinigungen darin, im Gegensatz zu dem „Granulat“-Glas, das von höchster Qualität ist, dieses transparent, farblos, klar."


Was die Autorin zu dem in der Glastechnik ungewöhnlichen Begriff „Granulierung“ veranlasste, ist die Methode Verschmelzung kleiner Glasperlen, die die gesamte Oberfläche dieser Perle bedecken (Abb. F48: 1).

Hiernach: „Durch interdisziplinäre Analysen konnten wir nachweisen, dass die grüne Beschichtung hauptsächlich als Bindemittel diente, mit dem das „Granulat“ mit der Perle verschmolzen wurde. Das Bindemittel konnte als temporäre Paste durch Mischen von Glaspulver mit Wasser gebildet werden, das auf die gewünschte Oberfläche aufgetragen und durch Hitze geschmolzen wurde (Abb. F48: 2).“ (S. 204)

„Ein traditioneller Glasbläser würde dies nicht tun, sondern die Kügelchen auf den Körper der Perle aufschmelzen, ohne ein Bindemittel zu verwenden. Die Perle aus Svodin, 15. Jh. wurden so hergestellt, (Drenko 2002, Abb. 10: 6). Auf den ersten Blick sehen die Perlen aus Svodina ähnlich aus wie die Perle aus Prša (Abb. F24). (Anm.: finde ich nicht)

Hierzu: Ich habe keine Vorstellung, wie diese Perle hergestellt wurde.


Neben Farbe, Abmessungen und Regelmäßigkeit gibt es auch einen Unterschied in der Technologie zum Anbringen der Kügelchen. Beim Svodina-Fund erfolgte das Verschmelzen der Perlen im zähflüssigen, also heißen Zustand des Glases. Es ist eine Verbindungstechnik wie im ersten Teil dieses Beitrags beschrieben. Die Wahrheit ist, dass die Funde aus der Svodina aufgrund der Dichte der auf den Perlenkörper aufgetragenen Perlen morphologisch dem Fund aus Prša ähnlich sind und gleichzeitig ein einzigartiges Objekt unter den Funden aus dem 13.-15. Jahrhundert sind.

Der Begriff "Granulierung" von Glas ist jedoch als Perlentechnik und nicht als Beschreibung der Dekoration gemeint, daher sollte er in historischem Glas als solcher verwendet werden, sofern er nicht durch einen anderen, passenderen Begriff ersetzt wird. Es stimmt jedoch, dass bei der traditionellen Glasdekorationsmethode, Glaskugeln im heißen Zustand mit dem Perlenkörper zu verbinden, diese leicht verformt wurden. Die Verwendung der "Glasgranulations"-Technologie hatte keinen Einfluss auf die regelmäßige Kugelform der "Granulate". (S. 205)

Als Glasperlenmacher habe ich noch nie einzelne Kugel aufgeschmolzen. Ich bin überzeugt, das auch die Svodina-Perle getupft und nicht durch Kugeln verziert wurde.

Der von Prša hat keine Analogien und ist daher absolut Einzigartig.
Ich finde den Fund toll!!!! Der Text ist der Hammer, das ganze aus dem slowakischen zu übersetzen … also ich finde diese Perle toll.

Die Perlen von Svodin können mit seltenen Perlen aus Schottland und der Frage "» 7. oder 17. Jahrhundert" in Kontet gesetzt werden.

Literatur
Staššíková-Štukovská , Danica: k technikáM sPáJania dvoJ- a troJFareBnÝch skiel v 7.-10. storoČí Podľa nálezov korálikov z územia slovenska a Moravy; in Študijné zvesti Archeologického ústavu SAV:
45 - 2009;
S. 201 - 208


@ Torben Barthelmie, 2003 - 2022