StartseiteHintergründeGewandung und TrachtzubehörRingnadeln

Ringnadeln zählen zu den Ringfibeln. Ihre Nadeln sind aber um mehr als 1/3 Länger als der Durchmesser des Ringes. Sie sind nicht mit den Trachtnadeln mit Ringkopf zu verwechseln, die einen einer langen Nadel mit einen Kopf, durch den ein kleiner Ring führt, gleichen.

23 intakte und 39 fragmentarische Ringnadeln finden sich in den Silberhorten auf Gotland.
Wenn bei den fragmentarischen Nadeln nicht die Rolle erhalten ist, kann i.d.R. nicht mehr entschieden werden ob es sich um eine Ringnadelfibel oder Trachtnadel handelt.

Ringnadelfibel


(die obere, nicht die untere, das ist eine Ringspange)

Wieso finden sich keine Ringnadeln in den Gräbern?
Eine mögliche Erklärung hierfür ist das bei den Toten primär die Funktion eines Gegenstandes zählte. Daher konnten die Hinterbliebenen den Toten Ringfibeln aus Eisen oder Bronze mit in die Gräber geben.
Sie selbst behielten das Silber in Verwendung oder Versteckt, als Schmuck bis es aus der Mode und dann spätestens Zahlungsmittel wurde...

Es gibt auch die Aussage das die Lebenden das Silber vergruben, damit sie es im Nachleben wieder erhielten...

Für beide Theorien gibt es keine Zeitzeugen. Fakt hingegen ist das es Ringfibeln aus Silber gab.

Diese Tatsache kam mir bei meiner Ringnadel zu Gute, da ich zu Hause noch Rundsilber liegen hatte und es so sinnvoll verarbeiten konnte....

Fibel aus Stora Mafireds, Kvie und Graute


Abb. aus: Die Schatzfunde der Wikingerzeit Gotlands - Fundbeschreibung und Tafeln, Marten Stenberger, Lund 1947, Abb. 167-169

Fibel aus Stora Mafireds, Kvie und Graute

Abb. aus: Die Schatzfunde der Wikingerzeit Gotlands - Fundbeschreibung und Tafeln, Marten Stenberger, Lund 1947, Abb. 167-169



Literatur:
Die Schatzfunde der Wikingerzeit Zeit I, Text, S. 74-81, Marten Stenberger, Uppsala 1958
Die Wikingerzeit Gotlands, III:1, Text, S. 117-118, Lena Thunmark-Nylen, 2006 geht auf S. 106 nicht auf diese Ringfibeln aus Silber ein, sie verweist auf die Schatzfunde der Wikingerzeit.

@ Torben Barthelmie, 2003 - 2017