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Mittellaténe C2 (200-150 v.Chr.) - Laténe D1 (150-

Laténe C2 (200-150 v.Chr.) - Laténe D1 (150-100 v.

In den Stufen Laténe C2 und D1 treten eine Vielzahl neuer Glasperlentypen auf.
markantestes Merkmal ist i("enorme") die Größe. Diese Perlen sind größer (über 1cm Durchmesser ist die Regel)

Glasschieber

Als Sondertyp wären für die Laténe C2 ebendiese zu nennen. Diese entsprechen in ihrer Varianz in Farben, Form und Verzierung dem Typ 232 von Reinecke. Glasschieber haben eine quadratische bis rechteckige Flache Form sowie einen blauen transluzenden Körper. Dieser kann mit ein oder mehren gelben Fadenauflagen versehen sein. Optional sind gelbe oder klare Nuppen.

Ringperlen

Die "archäologische" Definition für "Ring" ist, das der Durchmesser des Objetkes größer ist, wie der des.."Ringmaterials...die farblichen Möglichkeiten...

• Klares Glas: Bei Ringperlen mit gelber Folie scheint das Glas klar und farblos; bei Perlen ohne Folie hat das Glas einen purpurnen, grünen oder gelblichen Farbton
• Weißes Glas: Es wurde hauptsachlich als Fadenauflage gebraucht
• Gelbes Glas: Es ist stets opak und von untergeordneter Bedeutung
• Grünes Glas: Es ist immer transluzid und auf wenige Nuancen beschrankt
• Blaues Glas: Das meist dunkelblaue Glas hat nur wenig Farbnuancen. Die kleinen Perlen erscheinen heller, was jedoch an der geringen Starke der Perlen liegt
• Purpurnes Glas: Es ist zum einen dunkel-transluzid, zum anderen intensiv gefärbt und erscheint wie Schwarz
• Bernstein/Braunes Glas: Es erscheint in den Tönen von honigbraun bis dunkelbraun transluzid.

im "Detail"

Ringplerlen mit übner 1cm Dm zählen mit über 1.000 Exemplaren zu dem häufigsten Perlentyp der Mittel- und Spätlaténe (Stufen Lt C und Lt D, ca. 300 bis um Christi Geburt. Sie sind ein charakteristischer Perlentyp dieser Zeitstellung.

Während Altendorf, Jühsen und z.B. Steinsburg nur weniger wie 50 Ringperlen gefunden wurden liegt ihre Zahl in Staré Hradisko über 150 Exemplare. In Mandeure (Frankreich) waren es fast 600, in Manching über 650 Ringperlen.

Glasbruch

Eine Sonderform vorweg. Ringperlen aus Glasresten und gebrochenen Armringen. Eine sehr seltene Form, auf die A. Peddermors nur beiläufig aufgrund ihrer Existenz in den Niederlanden im Rahmen seiner Abhandlung über Glasarmreifen erwähnt.

Ringperlen und ihre Verzierungen

Die neuen Verzierungen
In dieser Zeit gibt es wiederum neue Typen. Es sind:

- Gittermuster
- Sprenkel
- Spiralfadenauflage
- Spiralperlen/radiale Bänderung/Schraubenfäden
- Radial gebänderte Imitation
- umlaufende Fadenauflage (Definition: ich)
- mit gelber Folie,

Gittermuster
Bei Glasperlen mit Gittermuster wurden die Fadenauflagen wie ein Netz, also ein Gitter, aufgelegt.

Sprenkel

Eine seltene Untergruppe sind Ringperlen mit Sprenkelverzierung.
M.A. Zepezauer verzeichnete in „Die Glasperlen vorrömischen Eisenzeit III“
53 Ringperlen, mit einer deutlichen Fundkonzentration blauer Ringperlen mit Sprenkeln in Manching, Pfaffenhofen und Wederath. Diese Perlen konnten aufgrund der Fundzusammenhänge auf eine Niederlegung zwischen 150/100 v. Chr. bis um Christi Geburt (der Laténe D1) datiert werden. Wann diese Perlen aber von einem Handwerker erworben worden sind und wie lange sie bereits in Gebrauch waren ist nicht zu beurteilen.

Die nähere Datierung anderer Sprenkelperlen(typen) ist nicht möglich, da viele der vor 1950 ergrabenen Gräberfelder bereits zerstört waren. Erschwerend kommt hinzu, dass die Perlen überwiegend in Brandgräber gefunden wurden.

Die Ringperlen haben einen Durchmesser von 1,7 bis 4,5cm und die Grundfarben sind klares, grünes, blaues, bernsteinfarbenes und purpurnes Glas. Die Verzierungen sind bei den klaren und grünen Ringperlen ausschließlich gelb, ansonsten in weiß oder gelb.

Abbildung: Sprenkelperlen - keltische Glasperlen mit Sprenkeln bzw. Tupfen, Mittel Laténe

Folienperlen

Perlen mit gelber Folie
Mit der Folie ist eine gelbe Farbschicht im Kern gemeint, die durch eine mächtige Schicht durchsichtiges Glas eingefasst wird. Die Bezeichnung Folie ist daher irreleitend, beruht aber wohl auf der Tatsache, dass seit römischer Perlenproduktion tatsächlich Perlen hergestellt wurden, die im inneren eine Folie aus Silber- oder Gold hatten.

Spiralperlen/ Schraubenfadenperle
Wiederum ein Perlentyp, mit vielen Bezeichnungen, und diese werden gerne gemischt.

im Kreis/spiralig umlaufende Fadenauflage

Die Spiralfadenauflage ist ein spiralig ein aufgelegtes Muster aus einem
Glasfaden. Diese können auf einem ebenen Perlenkörper oder auf Buckeln aufgeschmolzen sein.

Umlaufende Fadenauflage
Das Muster ist wie bei einer Pfahlbautonnenperle um den Körper spiralig umlaufend aufgeschmolzen.

s. Fußnote Schraubenfadenperle mit Spiralig umlaufender Fadenauflage und radialer Bänderung oder auf einer Schraubenfadenperle. Bild: http://www.archeothema.com/numero/les-helvetes-au-mormont.htmRadial gebänderte Imitation, Tschechien.

Abbildung: spiralige Fadenauflage - Galsperlen mit aufgewickelter Fadenauflage

Königsklasse

Radial gebänderte Perlen
Das Muster geht komplett durch den Perlenkörper

adial gebändert
Radial gebändert Perlen sind eine Imitation der Spiralperlen. Die Fadenauflage zieht sich zwar während des Herstellungsprozesses beim Glattschmelzen ein Stück in den Perlenkanal hinein, ist aber nicht durchgängig.

Spiralig aufgelegte Fäden

Und die beiden zuvor genannten Perlentypen sind nicht zu verwechseln mit den Perlen mit spiralig aufgelegter Fadenauflage. Der Unterschied ist in der Abbildung klar zu erkennen.

Sondergruppe: zusammengeschmolzene

Ringperlen oder Fingerringeiese Gruppe der Lt C2 und Lt D1 umfasst Ringperlen oder Fingerringe die ihrem Erscheinungsbild nach zu urteilen aus Bruchstücken von Armreifen geformt sind, da die Verzierungen identisch sind. (Karwowski 2006)

Laténe D1
Die in der Übergangsphase auftretenden Perlentypen werden die Hauptvertreter in der Laténe D1.