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Glasperlen auf den Nordfriesischen Inseln

Jahrbuch des Nordfriesischen Vereins für Heimatkunde und Heimatliebe Band 29, Jahrgang 1952/1953

Die Hauptfundmasse stammt aus großen Gräberfeldern (Lage s.u.), datiert auf das 8. und 9. Jahrhundert, wobei die Belegung im 7.Jhr. beginnt.

Für die nordfriesischen Inseln werden von Dr. P. La Baume 7 mehr oder weniger große Hügelgraberfelder genannt:

1. Esenhugsgruppe bei Nebel auf Amrum
2. Hügelgruppe nördlich von Hedehusum auf Föhr
3. Hügelgruppe nordwestlich von Goting auf Föhr
4. Hügelgruppe "Monklembergem" bei St. Laurentii, Süderende auf Föhr
5. Wahrscheinlich Hügelgruppe in Wyk auf Föhr
6. Hügelgruppe östlich von Morsum auf Sylt
7. Hügelgruppe bei Wenningstedt auf Sylt

Die zahlreichen Funde dieser Gräberfelder setzen sich aus westgermanischen und nordgermanischen Funden zusammen.

Für Sylt lässt sich aufgrund des Fehlens nordischer Funde von einer rein westgermanischen Besiedlung ausgehen, falls die Spuren nicht bereits im Meer versunken sind.

Als westgermanische Siedler kommen Sachsen und Friesen in betracht.

Auf Amrum und Föhr ist aufgrund der Fundsituation neben einer rein westgermanischen Stammesgruppe von einer weiteren nordischen Stammesgruppe auszugehen.

Eine Unterscheidung von wo die nordische Bevölkerung kam ist aufgrund der Funde nicht möglich, da die Funde ein im Vergleich sehr weit gestreutes Verbreitungsgebiet haben.

Zu den Funden nordischen Ursprunges zählen Schalenspangen, Schmucknadeln, Schlüssel, Kämme, Armringe, Nadelbüchsen sowie ein Thorshammer.

Es finden sich nur wenige, bedauerlicherweise, durch die Brandbestattung beschädigte Perlen:
1. Nebel/Amrum, aus Grabhügel 6, 6 bis 7 Perlen, zerschmolzen
2. Nebel/Amrum, aus Grabhügel 35, 6 Perlen ohne Farbangabe sowie Glasklumpen
3. Nebel/Amrum, aus Grabhügel 51, 4 Perlen, ohne Farbangabe
4. Neben/Amrum, Grabhügel 74, keine (!) Angaben
5. Nebel/Amrum, Grabhügel 76, 1 Perle ohne Angaben 6. Nebel/Amrum , aus Gräberfeld, große Schmelzklumpen
7. Süderende Föhr, aus Grabhügel 51, keine Angaben
8. Wyk/Föhr, aus Grabhügel 16, eine Perle, zerschmolzen
9. Morsum, Sylt, aus Grabhügel 95, 3 Perlen, zerschmolzen
10. Morsum, Sylt, aus Grabhügel 98, Glasschmelz
11. Wenningstedt/Sylt, aus Hügelgruppe 24-32, eine Perle ohne Angaben und 3 Klumpen Glasschmelz 1
2. Wenningstedt/Sylt, aus Grabhügel 54, ein Glasklumpen

Eine nähere Beschreibung oder Abbildung wurde für diese Perlen aufgrund des schlechten Erhaltungszustandes verzichtet.

Die sehr karg erscheinende Anzahl von Perlen sollte jedoch nicht irreführend sein.
In Brandgräbern sind im besten Falle 50% der Perlen erhalten, eher wurden aber mehr Perlen vernichtet.

@ Torben Barthelmie, 2003 - 2017