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Glasperlen der Eisenzeit

Die Eisenzeit in Skandinavien umfasst die Römische Kaiserzeit bis zur Wikingerzeit.

Die ältesten Glasperlenfunde in Finnland stammen aus der frühen römischen
Eisenzeit von 50 bis 200 n. Chr. Es sind nur wenige Exemplare, die in der Literatur kaum genannt werden.

Während späten römischen Eisenzeit (200 - 400 n. Chr.) steigt die Zahl der Perlen langsam an. Die meisten Perlen dieser Zeit sind blau oder grün transluzent ohne Verzierung. Die Formen beschränken sich auf runde, zylindrische und tonnenförmige Perlen. Auffallend sind ein paar wenige segmentierte Goldfolienperlen.

Zur Völkerwanderungszeit wird die Zahl der Glasperlen wieder geringer.

Ab dem 7. Jahrhundert werden die Perlen in Gräbern stetig zahlreicher. Stark vertreten sind in Finnland merowingische, tonnenförmigen, orange-opake Perlen. Die Vielfalt der importierten Perlen gibt beispielsweise dieses Grabinventar von Vöra (finn. Vöyri) Rekipelta, Österbotten, wieder:

a) 16 Perlen walzenförmig, opak rotbraun;
b) 3 Perlen kugelig, transluzid blau, z. T. Doppelperlen;
c) 2 Perlen polyedrisch, transluzid blau;
d) 1 Millefioriperle, gelbe Blüten, transluzid grün umfangen
e) 1 Perle kugelig, opak rotbraun, gelbe gekreuzte Fadenauflage, in den
Schleifen zylindrische Warzen weiß mit blaugrün;
f) 1 Perle kugelig, opak rotbraun, weiß-transluzid blaugrüne
Schichtaugen;
g) 1 Perle tonnenförmig, opak rotbraun, weiße Wellenbänder, darüber ein
einfaches umlaufendes weißes Band mit transluzid blaugrünen und gelben
Punkten;
h) 1 Perle tonnenförmig, opak rotbraun, vierfache Schichtaugen:
weiß, blau transluzid ,weiß, rot;
i) 1 Perle bläulich weißer Chalcedon;
k) 1 Perle kugelig, rot; mit weißer stark gekämmte Fadenauflage und gelben
Kanten;
l) 2 Perlen kugelig, rotbraun, drei gelbe Punkte, drei Schichtaugen: weiß-blasig, transluzid hellblau;
m) 1 Perle tonnenförmig, transluzid hell grünlich, opak gelbe Punkte;
n) 2 Perlen kugelig, opak grünes, blasiges Glas.

Glasperlen aus Finnland, Vöra, Rekipelta

Perle d) fehlt

Während der Wikingerzeit treten bei den monochromen Perlen gezogene zylindrische und segmentierte Perlen in den Vordergrund, ohne jedoch die für Finnland typische kleine blaue monochrome Perle zu verdrängen. Bei den polychromen Perlen fallen besonders gelbe Perlen mit Strahlenaugen (in einige Exemplare zusätzlich mit Linienverzierung) auf. Leider gibt es auch hier keine näheren Angaben zu einzelnen Perlen.

Glasperlenkette aus Luistari


Grab 56, Übergang vom 10. bis 11. Jhr. n. Chr; die Strahlenaugenperlen datieren auf das 10. Jhr.

Trageweise

Glasperlen finden sich in 70% der Frauengräber in Finnland. Die Glasperlen wurden als Halsketten getragen, ggf. auch als mehrreihige Halskette wie im Grab 39, Friedhof C in Köyliönsaari in Köyliö.

Vereinzelte Perlen in Männergräbern scheinen in Taschen gelegen zu haben.

Glasperle 10. bis 12. Jhr.


Fundort Kuva Ranta, keine näheren Fundangaben erhältlich.

Quellen

Helena Renta, "Glass Beads from Iron Age Graves in Finnland", in Glass Beads, Studies in Technology and Culture Vol. 2

Ursula Koch, „Mediterrane und fränkische Glasperlen des 6. und 7. Jahrhunderts aus Finnland“ in Studien zur Vor- und Frühgeschichtlichen Archäologie, Festschrift für Joachim Werner zum 65. Geburtstag, Münchener Beiträge zur Vor- und Frühgeschichte, Ergänzungsband 1/II.

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@ Torben Barthelmie, 2003 - 2017