StartseitePerlen bis 5. Jh. n. Chr.Vorrömische EisenzeitMittellaténe D1

Glasperlen der Mittel- bis Spätlatènezeit

Stufen Latène C und Latène D Formen
Es wird zwischen kugeligen und ringförmigen Perlen verschiedener Größe unterschieden.

Erscheinung
Unterschieden wird in der Mittel- bis Spätlatènezeit zwischen einfarbigen, radial gebänderten Perlen, Perlen mit Zickzackzier, mit Augenzier oder mit konzentrischer Fadenauflage und Spiralfadenauflage. Dazu kommen die Perlen mit Punktaugenzier, dreigliederige Perlen, Fingerringe und Einzelstücke, die sich nicht kategorisieren lassen, als auch Glasschieber. Die Schieber unterteilen sich in lange, rechteckige und quadratische Schieber aus meist blauem Glas mit Linienauflage oder aufgesetzten Glaskügelchen. Zu guter Letzt gehören zu den Funden auch kleine Glaskugeln und Spielsteine.

Farbspektrum
- Klares Glas: Bei Ringperlen mit gelber Folie scheint das Glas klar und farblos; bei Perlen ohne Folie hat das Glas einen purpurnen, grünen oder gelblichen Farbton
- Weißes Glas: Es wurde hauptsächlich als Fadenauflage gebraucht
- Gelbes Glas: Es ist stets opak und von untergeordneter Bedeutung
- Grünes Glas: Es ist immer transluzid und auf wenige Nuancen beschränkt
- Blaues Glas: Das meist dunkelblaue Glas hat nur wenig Farbnuancen. Die kleinen Perlen erscheinen heller, was jedoch an der geringen Stärke der Perlen liegt
- Purpurnes Glas: Es ist zum einen dunkel-transluzid, zum anderen intensiv gefärbt und erscheint wie Schwarz
- Braunes Glas: Es erscheint in den Tönen von honigbraun bis dunkelbraun.

Auch hier muss man anmerken, dass die mannigfaltigen Farbnuancen durch zufällige oder beabsichtigte Veränderungen in den Glasmischungen bei der Glasproduktion entstehen.

Laténe C1-C2

Latène C1
In der Stufe Lt C1 gibt es nur wenige Funde, das Typenspektrum ist sehr begrenzt. Zu den wenigen Funden gehören einfarbige, blaue Perlen und Perlen mit Zickzackzier. Es treten erstmals Ringperlen aus klarem Glas auf. Spiralaugenperlen kommen kaum vor. Zu dieser Zeit scheinen Perlen in der Tracht keine wesentliche Rolle gespielt zu haben, aber auch dieses Bild kann durch Begräbnissitten beeinträchtigt sein.

Latène C2
In dieser Stufe erscheinen eine große Zahl unterschiedlicher, neuer Glasperlentypen, wie auch sonstige Glasobjekte. Charakteristisch für diese Zeit sind Ringperlen aus klarem Glas mit gelber Folie. Weitere Ringperlen sind vertreten in den Farben Blau, Grün und Gelb, selten in Braun oder Purpur. Mit wenigen Funden sind radial verzierte Perlen vertreten. Eher typisch sind Ringperlen mit Zickzackzier, ebenso wie Spiralaugenperlen und kugelige, ringförmige und sehr kleine Perlen aus blauem grünem, klarem und weißem Glas. Auch die Glasschieber fallen in diese Zeit.

La téne D1-D2


Latène D1
In dieser Stufe gibt es wiederum neue Typen. Es sind mit Schraubenfäden, Gittermuster und Sprenkeln verzierte Perlen. Sehr stark vertreten sind Ringperlen aus klarem und grünem Glas. Weiterhin vertreten sind Perlen aus klarem, weißem, grünem und blauen Glas (ringförmig, kugelig). Braune Perlen bzw. Ringperlen kommen auch vor, jedoch keine Perlen mehr von gelber Grundfarbe.

Latène D2
In dieser Zeitstufe sind bislang nur Perlen und Ringperlen aus braunen und blauem Glas zu verzeichnen. Das fehlen von Glasobjekten am Ende der Stufe Lt D2 sowohl in Siedlungen als auch in Gräbern, was mit dem Ende der Oppidia einhergeht. Dies scheint ein Indikator dafür zu sein, dass diese Perlen in den Oppidia hergestellt worden sind!

Sondertyp der Latene D2 - Radiale Bänderung


Das Muster ist nicht nur auf den Perlenkörper aufgeschmolzen, es geht auch durch das Perleninnere! Auch Spiralperle bezeichnet, aber nicht: spiralig aufgelegte Fäden.

Trageweise



Zur Trachtweise
Die verschiedenen Stufen zeichnen sich durch verschiedene Perlenstile aus. Lange Ketten sind für die Mittel- und Spätlatène nachgewiesen, charakteristisch sind sie jedoch für die Stufe Lt C2. Kurze Ketten sind typisch für die Stufen LtC bis Lt D.

Die langen Ketten hatten zwischen 60 und 370 Glasperlen, die aus Glasschiebern, kleinen Perlen, Spiralaugenperlen, Zickzackperlen, oft mit Bernstein kombiniert, bestanden. Die kurzen Ketten hatten 3 bis 10 Perlen, wobei auch Einzelperlen als Glasschmuck verwendet wurden. Als Armband wurden Perlen in Maching, Steinbichl Grab 18 mit 19 blaue und vier gelbe Perlen verwendet.
Auch wurden einzelne Perlen auf Bronzearmbänder aufgezogen. Das Aussehen dieser Ketten ist schwer zu beschreiben. In den Galerie finden sich entsprechende Replike. (oder Replikate).

@ Torben Barthelmie, 2003 - 2017