StartseitePerlen bis 5. Jh. n. Chr.Vorrömische EisenzeitFrühlatene

Glasperlen der Frühlatène in Würtemberg

Auch wenn es frühlatènezeitlich heißt, ist von einem nahtlosen Übergang verschiedener Kulturen auszugehen. In diesem Falle erstrecken sich die Funde in diesem Arbeitsgebiet von der Spätthallstattzeit (Hallstatt D 600 – 450 v. Chr.) bis in die Frühlatène (Latène A und Latène B 450 – 270v .Chr.).

Da die sehr geringe Zahl von Perlen aus Bernstein (Achalm), Lignit (Lochenstein), Bein (Fellbach-Schmiden, Stiefeläcker und vom Lochenstein) und Ton (Kornwestheim, Auf dem Lochenstein) in den Hintergrund treten, gehe ich nicht näher auf sie ein, sondern gehe direkt zu den Perlen aus Glas über:

- Glasperlen mit Zickzackzier
- Schichtaugenperlen
- Monochrome Perlen
- Galerie


Lta A, Dürnberg Bestattung 72/2



Glasperlen mit Zickzackfaden

Diese Glasperlen sind „im allgemeinen in einem endhallhallstattzeitlichem Milieu zu finden“. Sie bleiben jedoch auch während LT A und B beliebt, sind aber nicht mehr so zahlreich vertreten.

Die Funde hier sind (Angaben zu Größen wurden nicht gemacht, teilweise liegen aber Zeichnungen vor):

Kornwestheim, Frühmeß' / 'Kühloch' / 'Ob dem Klingelbrunnen'
Grube 3: 1 Glasperle mit ausgefallener Wellenbandverzierung

Leingarten – Großgartach
Grab 1: Halsring aus Eisendraht mit aufgeschobenen blauen Glasperlen (keine Anzahl), teilweise mit Wellenbandornament, Datierung La-Téne A bis La-Téne B

Der sehr geringe Fundbestand entspricht dem allgemeinen Bild des Auftretens dieses Perlentyps. Nicht anders verhält es sich mit den Schichtaugenperlen.

Nach oben


Schichtaugenperlen

Auch wenn die Schichtaugenperlen eine frühlatènezeitliche Erscheinung sind, so sind sie doch regional unterschiedlich zahlreich von der Späthalltstattzeit bis in die Frühlatène vertreten.

Zu den Funden im würtembergischen Raum zählen:

Stuttgart - Bad Cannstatt
Grab 1: ohne nähere Angaben. Eine gelbe Glasperle mit blauen Schichtaugen (Schichtfolge nicht genannt), Datierung Latène B

Renningen
Grube 3: eine gelbe Glasperle mit blau-weißen Schichtaugen (Taf. 8B, 1); Datierung Ha D 3

Kornwestheim, 'Auf dem Eisbengel'
Grube 35: Fragment einer gelben Glasperle mit weiß-blauen Schichtaugen (Abb. 132); Datierung Ha D, wohl Ha D 3

Münsingen - Dottingen
1 türkisfarbene Glasperle mit blau-weißen Schichtaugen (Abb. 177, 10), nebst einer Bernsteinperle (Abb. 177, 14), 5 einfachen blauen Glasperlen (Abb. 177, 11-13;15), Datierung Ha D, wohl Ha D 3

Schichtaugenperle aus Karthago


Auch wenn Regional etwas Abseits, dies ist mein erster Versuch einer Replik einer großen tonnenförmigen Schichtaugenperle aus Karthago. Die Augen des Originales sind ein wenig massiver.

Nach oben


Monochrome Perlen

Am Schwierigsten zu datieren sind monochrome Perlen. Oft ist das nur anhand der Begleitfunde möglich. Es lässt sich aber generell feststellen, dass ein tiefes, leuchtendes Kobaltblau typisch ist für das Latèneglas, während hallstattzeitliches Glas hellblaue bis hell wassergrüne Töne zeigt.
Eine genaue Datierung nur aufgrund der Farbe des Glases ist jedoch nicht möglich (u.a. durch die Faktoren der Herstellung, der Verwendung von Altstücken, sprich der Langlebigkeit der Perlen als auch der Korrosion. Zur Verwendung von Altstücken sei beispielhaft Verwendung von Pfahlbautonnenperlen genannt, die in Merowingerzeitlichen Gräbern mit jüngeren Perlen vermengt gefunden worden sind).

Die Funde sind:

Steinheim a.d. Murr
Grab 2; weibl., adult, Bronzener Drahthalsring mit Ösen-Ring-Verschluß, aufgeschoben sind 22 dunkelblaue Glasperlen, Frühlatènezeitlich, LTA und LT B

Nattheim, Heidenheim
Fragment einer blauen Glasperle; Frühlatènezeitlich, LTA und LT B

Freiberg-Beihingen am Neckar, Siedlungsfunde, 'Hohlweg', Neubaugebiet 'Hohlweg'
Eine Glasperle, hellblau, unregelmäßig quaderförmig, L 6 mm, durch die weiteren Funde: Frühlatènezeitlich, LTA und LT B

Kornwestheim, Siedlungsfunde
7a: mögl. Grubenhaus mit Keller; eine gelbe Glasperle, Frühlatènezeitlich, LTA und LT B

Neustetten - Wolfenhausen, 'Nellingsheimer Weg'
Skelettgräber: Bronzener Halsring mit Hakenverschluß, auf diesen aufgeschoben 4 blaue Glasperlen, frühlatènezeitlich

Hausen am Tann, Lochenstein
2 Lignitperlen (Abb. 181, 12.13), 4 blaue Glasperlen (Abb. 181, 14-17), von den blauen Perlen haben je drei gelbe Nuppen, Fragment längliche Knochenperle (Abb. 181, 23), Frühlatènezeitlich

Bad Rappenau - Bonfeld, Wald 'Bei den Drei Eichen'
Hügel B: Vermutlich handelt es sich um einen erweiterten bronzezeitlichen Hügel. Neben der bronzezeitlichen Bestattung möglicherweise 8 Nachbestattungen, 2 offensichtlich latènezeitlich, Halsring aus Eisendraht mit aufgeschobenen blauen Glasperlen (keine Anzahl), Frühlatènezeitlich, LTA und LT B

Bad Rappenau - Bonfeld, Immerten
Fragment kleinen, hellblauen Glasperle, Frühlatènezeitlich, LTA und LT B

Ingelfingen – Griesbach
Anscheinend 3 Skelettgräber 'Halsband' mit 10 Glasperlen u. Bärenzahnanhänger (Leider werden keine näheren Angaben gemacht), Frühlatènezeitlich, LTA und LT B

Nach oben


Glasperlen der Latène

Klicken Sie hier, um zur Galerie zu gelangen.




Quellen und Tafeln

http://w210.ub.uni-tuebingen.de/dbt/volltexte/2004/1315/html/texte/Teil_2_Abbildungen.pdf

http://w210.ub.uni-tuebingen.de/dbt/volltexte/2004/1315/html/texte/Teil_1_Text.pdf

Anm: Die Materialaufnahme endete 1981, ich wünschte diese Angabe gäbe es öfter.

Nach oben

@ Torben Barthelmie, 2003 - 2016