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Bleiglasperlen im 8. Bis 10. Jh.

Der Fund(Bezirk Rostock) umfasst 146 Bleiglasperlen, die in einem Lederbeutel, teilweise noch auf einem erhaltenen Faden gefunden wurden. Die Perlen waren anscheinlich kurzfristig, „in Hast“, in nur 30cm Tiefe neben in einem Kastenbrunnen deponiert worden, der auf das frühe 9. Jh. datiert. Neben dem Beutel fanden sich Schwertteile sowie Barren bzw. diverse Bleistücke.

122 der Perlen waren smaragdgrün, zylindrisch prismatisch geformt und hatten zum Zeitpunkt der Ausgrabung eine weiße Patina, die aufgrund der Erdsäuren und der chemischen Reaktionen des Mischungsverhältnisses des Glases zu erklären ist. Zu dem Fund gehören weitere 14 Perlen, teilweise segmentiert, die mit Goldfolie überzogen waren. Der Rest des Fundes waren blaue, teilweise segmentierte Perlen, sowie eine weiße Perle, die trotz durchgehender Lochung in ihrer Segmentierung mit einem Draht aus Blei ergänzt wurde – wohl ein weitere Möglichkeit, sie in eine Kette zu integrieren.

Bleiperlen dieser Art finden sich unter anderem in Haithabu (über 200 halbkugelie Perlen bzw. Halbfabrikate), in Krachenhausen (Oberpfalz), Liebenau und Dörverden (Niedersachsen), Tannroda, (Kreis Weimar), Auhof bei Perg (Oberösterreich).

Bleiglasperlen zeichnen sich durch ein höheres Gewicht aus und wurden im 8. bis 10. Jh. Oft mit Mosaikaugenperlen kombiniert angetroffen. Sie verschwinden, besser gesagt das „große zahlenmäßige Auftreten“ im ersten Drittel des 9. Jh.

Literatur

Steppuhn, Bleiglasperlen des frühen und hohen Mittelalters in Nordeuropa, S. 203-210 in:
Perlen. Archäologie, Techniken, Analysen. Akten des Internationalen Perlensymposiums in Mannheim vom 11. bis 14. November 1994. Hrsg. v. Freeden, U.v./ Wieczorek, A.


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