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Perlen bis 5. Jh. n. Chr.:

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Das Gräberfeld und die Glasperlen von Zweeloo

Das Gräberfeld der „Prinzessin“ von Zweeloo liegt im Südosten der Provinz von Drehnte (Niederlande) und wurde 1952 entdeckt.

Es umfasst während seiner Belegungszeit vom Ende der römischen Kaiserzeit oder zu Beginn der Völkerwanderungszeit (im später vierten oder im frühen fünften Jahrhundert bis in das 8./9. Jhr.) 110 Körperbestattungen mit keinen oder sehr dürftigen Beigaben. Die Gräber traten über das Areal verteilt in Gruppen verteilt auf.

Zu einer Gruppe aus 6 Gräbern, datiert auf die früheste Nutzungsphase des Bestattungsplatzes (mit einer Belegungszeit von nur zwei oder sogar drei Generationen über eine Zeitraum von ca. 380 bis 480 n.Chr), gehört das Grab 87. Trotz anscheinend weniger, aber reicher, Beigaben wurde das Grab im Jahr 1952 in situ in einer Holzkiste eingefasst und als ganzes geborgen.

Ungeachtet dieses Grabes (Nr. 87) war diese Gräbergruppe die reichste Gruppe des Gräberfeldes von Zweeloo.

Die Prinzessin von Zweeloo, Rekonstruktion

Die Zusammenstellung der Halskette und des Gürtels erfolgte nach den Angaben von W.A. von Es und J. Ypsey. Die Abfolge der Perlen des Gürtels wurde 1952 in einem Aquarell fest gehalten. Für die Halskette ist die Reihenfolge aufgrund Aushebung und Dokumentation im Museum bis auf wenige Perlen (u.a. kleine gelbe) gesichert.

Keine andere Bestattung der Ur- und Frühgeschichte kann einen Gürtel ähnlich dem der Prinzessin von Zweeloo aufweisen.

Meine Rekonstruktion umfasst alle 30 Glasperlen sowie die Amulettperle (Die Interpretation der Bernsteinperle Nr. 17 wurde der Vollständigkeit halber ergänzt, wird wohl von der Trägerin später durch echten Bernstein ersetzt).
Der Gürtel ist 50 cm lang und wiegt 578 Gramm.
Anm.: Drei der vier gerippten Perlen hatten eine zusätzliche Augenverzierung. Aufgrund des vorliegenden, farblich mangelhaften Fotos des Aquarells haben wir dies bei Nr. 16 nicht erkannt, wodurch bei dieser die Schichtaugen auf den Rippen fehlen.
Die zum Grab dazugehörige Kette mit 101 Bernsteinperlen haben wir nicht nachgebildet.

(Anm.: damals bestand das team "derglasperlenmacher" aus zwei Personen, die nun aber seit 2013 getrennte Wege gehen)

Die Gräber

Grab 83 war ein Kindergrab ohne Beigaben

Grab 84 enthielt ebenfalls keine Beigaben und war wahrscheinlich ebenfalls ein Kindergrab.

Grab 85 dieser Gruppe war ein Mädchengrab, einzige Beigabe war eine Perlenkette mit einer Bernstein- und 11 Glasperlen.

Grab 86 Ein Frauengrab in dem sich 5 opake Glasperlen auf der Brust sowie ein Paar Bronzefibeln fanden.

Grab 88, das Grab einer „unerwachsenen Person“ enthielten einen Spitzbecher aus olivgrünem Glas. Eine Seltenheit in der Provinz Drenthe und sicher eine Kostbarkeit.

Erst 25 Jahre später wurde jedoch das Grab 87 vollständig untersucht und der vollständige Reichtum der Beigaben entdeckt. Neben silbernen Fibeln, Schlüsseln und Toillettengarnitur sind es vor allem über 263 Glas- und Bernsteinperlen die den Reichtum ausmachen.
Und es zeigt sich, warum die Verstorbene aus Grab 87 als Prinzessin bezeichnet wurde:

Literatur

W.A. von Es und J. Ypsey,. - Das Grab der Prinzessin von Zweeloo und seine Bedeutung im Rahmen des Gräberfeldes. Studien zur Sachsenforschung, Hildesheim 1977


@ Torben Barthelmie, 2003 - 2020