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Perlen bis 5. Jh. n. Chr.:

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Römische Kaiserzeit:

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um 10. bis ca. 70 n. Chr.

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Perlenarmut (?)

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Trilobitenperlen

Spinnrocken

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Allgemein:

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Fundarmut begründet durch Brandbestattungen?

Während der Römischen Kaiserzeit und frühen Völkerwanderungszeit wurden wie z.B. im Tibiscum, über Jahrzehnte gezielt Glasperlen für den Export in die vor allem nicht römisch besetzten Länder produziert.
Tatsächlich finden sich in den Bestattungen nur sehr selten viele Perlen. Dabei beschränkt sich die Perlenarmut auf Brandbestattungen.

Fraglich ist, ob diese Bestattungsform die Ursache für die Perlenarmut ist oder ob Perlen an sich nicht getragen oder der Bestattung beigegeben worden sind.

Die ostgotischen Gräberfelder der Maslomecz-Gruppe im Hrubieszow-Becken in Südostpolen weisen Brand- und Körpergräber gleicher Zeitstellung auf.
Während die Brandgräber nur wenige Glasklumpen aufweisen können, zeigen die Körpergröber hingegen eine Vielfalt von Glasperlen.

Inventare aus Brand- und Körpergräbern



Maslomecz, Grab 291, Datierung: 3.Jhr; Stufe C1
je eine längsgerippte grüne, rot opake, blaue und eine violette zerschmolzene Perle

Maslomecz Grab 262, Datierung: Mitte 3. Jhr; Stufe C1b
4 Glasperlen, zerschmolzen, verschiedene Formen und Farben

Maslomecz, Gr. 67., Datierung: zweite Hälfte des 3. Jhr; Stufe C2
1 größere aus blauem Glas sowie 3 weitere Glasperlen verschiedener Farben und Größen

Maslomecz Grab181, Datierung: Mitte 4. Jhr; Stufe D1
7 Glasperlen zerschmolzen, verschiedene Farben und Größen

Körpergräber
Maslomecz, Gr. 300, Datierung: Ende 2.Jhr./Anfang 3.Jhr; B2/C1-C1a
2 Halsketten aus 203 Glasperlen verschiedener Größe, Form und Farbe sowie 2 Bernsteinperlen

Grodek am Bug Grab 162, Datierung: Mitte 3. Jhr; Stufe C1b
39 verschiedenfarbige Glasperlen sowie 6 Bernsteinperlen unterschiedlicher Form

Maslomecz, Gr. 71, Datierung: zweite Hälfte des 3. Jhr; Stufe, C2
39 kernförmige, blaue, sowie 11 linsenförmige Bernsteinperlen

Grodek am Bug, Gr. 146, Datierung: Mitte 4. Jhr; Stufe D1
2 Halsketten aus 41 Glasperlen verschiedener Größe, Form und Farbe

Fazit


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Fundarmut begründet durch Brandbestattungen?
Während der Römischen Kaiserzeit und frühen Völkerwanderungszeit wurden wie z.B. im Tibiscum, über Jahrzehnte gezielt Glasperlen für den Export in die vor allem nicht römisch besetzten Länder produziert.
Tatsächlich finden sich in den Bestattungen nur sehr selten viele Perlen. Dabei beschränkt sich die Perlenarmut auf Brandbestattungen.

Fraglich ist, ob diese Bestattungsform die Ursache für die Perlenarmut ist oder ob Perlen an sich nicht getragen oder der Bestattung beigegeben worden sind.

Die ostgotischen Gräberfelder der Maslomecz-Gruppe im Hrubieszow-Becken in Südostpolen weisen Brand- und Körpergräber gleicher Zeitstellung auf.
Während die Brandgräber nur wenige Glasklumpen aufweisen können, zeigen die Körpergröber hingegen eine Vielfalt von Glasperlen.



Einige Gräber beispielhaft:

Brandgrubengräber
Maslomecz, Grab 291, Datierung: 3.Jhr; Stufe C1
je eine längsgerippte grüne, rot opake, blaue und eine violette zerschmolzene Perle

Maslomecz Grab 262, Datierung: Mitte 3. Jhr; Stufe C1b
4 Glasperlen, zerschmolzen, verschiedene Formen und Farben

Maslomecz, Gr. 67., Datierung: zweite Hälfte des 3. Jhr; Stufe C2
1 größere aus blauem Glas sowie 3 weitere Glasperlen verschiedener Farben und Größen

Maslomecz Grab181, Datierung: Mitte 4. Jhr; Stufe D1
7 Glasperlen zerschmolzen, verschiedene Farben und Größen





Körpergräber
Maslomecz, Gr. 300, Datierung: Ende 2.Jhr./Anfang 3.Jhr; B2/C1-C1a
2 Halsketten aus 203 Glasperlen verschiedener Größe, Form und Farbe sowie 2 Bernsteinperlen

Grodek am Bug Grab 162, Datierung: Mitte 3. Jhr; Stufe C1b
39 verschiedenfarbige Glasperlen sowie 6 Bernsteinperlen unterschiedlicher Form

Maslomecz, Gr. 71, Datierung: zweite Hälfte des 3. Jhr; Stufe, C2
39 kernförmige, blaue, sowie 11 linsenförmige Bernsteinperlen

Grodek am Bug, Gr. 146, Datierung: Mitte 4. Jhr; Stufe D1
2 Halsketten aus 41 Glasperlen verschiedener Größe, Form und Farbe

Die Körpergräber weisen gegenüber Brandbestattungen ein Vielfaches an Perlen auf.
In der Stufe C2 beispielsweise finden sich in Maslomecz und Grodek am Bug zwischen 18 und 226 Perlen in den Bestattungen, die meisten umfassen zwischen 40 und 65 Perlen.

Brandbestattungen können daher als Ursache für Fundarme als Ursache für wenig Funde akzeptiert werden, denn die Körpergräber gleicher Zeitstellungen zeigen den tatsächlichen Perlenreichtum.

Wie sich dies jedoch begründen kann, dazu in kürze mehr

Literatur

Kokowski, Andrzej: Schätze der Ostgoten, Konrad Theis Verlag GmbH & Co. Stuttgart, 1995


@ Torben Barthelmie, 2003 - 2020